Was ist Religion anderes, als Missbrauch Gottes zu verhindern. (Sei es durch Geistlichkeit oder Gruppen-Identitäten.) Welche Anforderungen ergeben sich also an Menschen, die sich auf Gott berufen und die sich darin als "Gläubige" wahrnehmen ? Diese tiefreligiösen Betrachtungen sollen nun am Beispiel evangelisch genannt werden. |
Evangelisch ist eine geistige Befreiungsbewegung. Evangelisch ist eine Beziehungsbewegung, ein Netzwerk Gleichgestellter. (siehe unten) |
| Manche Schulbücher vermitteln einen oberflächlichen Eindruck vom Protestantismus als eine Bewegung des 15.Jh. Historische Oberflächlichkeit blockiert leicht wichtige Betrachtungen. Innerkirchliche, sowie gesamtreligiöse Betrachtungen fallen unter den Teppich. |
| Fakt ist: Die Kirche war schon immer von inneren Rissen geprägt. Demonstrierte Einheit, für sich selbst und andere, verdecken fundamentale innere Risse. (Grundwesen von Gruppenprozessen) Protestantismus war schon immer Teil der Kirche, über die Jahrhunderte. Wurde aber von offizieller Geistlichkeit und weltlicher Macht unterdrückt. Der Protestantismus tritt erst wieder offen und sichtbar in Erscheinung, als die Städte ihre Befreiung vor zentraler Bevormundung anstrebten und auch praktisch entwickelten. Erst dies gab den Reformer wie Luther und Zwingli, auch säkulare Durchschlagskraft. |
Evangelisch ist eine geistige Befreiungsbewegung. Evangelisch befreit den Glauben vor "heiligen Traditionen". Evangelisch befreit vor "heiligem Zentralismus". Evangelisch ist eine Beziehungsbewegung. Evangelisch lebt von Fairness und Chancengleichheit aller im Netzwerk. Evangelisch ist ein Reifehymnus. Gelebte Religiosität wird als eingeschlagener Weg von Gläubigen betrachtet, nicht als "heilig". Evangelisch ist der Glaube der Väter. Evangelisch ist der Glaube Abrahams. Abraham wurde nicht durch seine Tat gesegnet, sondern durch seinen Glauben. Evangelisch ist der Glaube Mohammeds. Nur Gott ist Richter über den Glauben ! Keine Vermittler Kraft ihres Glaubens ! Kein Prophet, schon gar nicht die Geistlichkeit. Evangelisch ist der Glaube Buddhas. Gottes Wesen und Einheit kann nicht zerlegt werden in kleine Gottheiten und Heiligkeiten, deren Eigenschaften man sich zu nutze macht. Evangelisch ist der Glaube Buddhas. Gott ist nur in seiner Einheit Gott, in all seinen Fassetten. Das Ganze ist (noch) mehr als die Summe seiner Teile. Evangelisch verklärt Leistung nicht zur Heiligkeit. Evangelisch versteht Tatenleistung als beflügelnder Ausdruck des Glaubens. Also als Kraft aus Gott heraus. Evangelisch lenkt damit den Blick auf Gott, und nicht auf Taten von "Heiligen". Evangelisch ist ein Lob auf Gott. Evangelische Zeremonien vermengen nicht Gotteslob, mit Lob auf eigene Heilige. Evangelisch zeigt, was Menschen durch Gott geworden sind, nicht durch ihre Leistung ! Evangelisch befreit die Menschen vor Rechtfertigungsdruck des Mainstreams, der Masse, Gruppe, Führer. Fördert damit echte Menschlichkeit. Evangelisch befreit vor selbstgerechtem Leistungsdenken. Evangelisch befreit vom Einheitsglauben auf Erden. (z.B. gefördert durch Zentralismus, gruppentypisch-identitätsstiftender Maßnahmen, etc.) Evangelisch macht Glauben menschlich realistisch. Human. Bewertet Anderen Glauben nicht durch den eigenen. Evangelisch ist eine geistige Erziehungsbewegung. Evangelisch erinnert Geistlichkeit und Laien an ihre Selbstverpflichtung, durch ihre Berufung auf Gott ! Evangelisch ist echter Humanismus: Evangelisch ist kein nachgelagerter Humanismus, der sich der selbstverliebt der Nöte annimmt (u.a. Entwicklungs- und Sozialhilfe). Evangelisch ist fairer Humanismus. Evangelisch baut Mauern und Chancenungleichheiten ab, damit gesunde Menschen gerechte Teilhabe bekommen. Evangelisch entwickelt keine Bittsteller, an deren Lage man sich moralisch als Geber bereichern kann. Evangelisch befreit von gewachsenen Machtstrukturen. Evangelisch befreit vor Eliten mit Macht- Wissens- und Postenvorsprung. |